Erhalt des baukulturellen Erbes im Land - Sanierung des Giebelhausquartieres in Parchim

Die Sanierung historischer Bausubtanz ist im Grunde per se ein Beitrag zum Kulturerbe. Historische Stadtkerne vor dem Verfall zu schützen, historische Bauwerke zu bewahren und mit neuem Leben zu füllen, sind wesentliche Ziele der Initiative Baukultur und der beteiligten Akteure.

Das denkmalgeschützte Giebelhaus in der Lindenstraße 6 in der Parchimer Altstadt sowie das angrenzende, ebenfalls denkmalgeschützte Wohngebäude Marstall 1 sollen saniert und für eine soziale Nutzung umgebaut werden. Um die Gebäude quartiersübergreifend barrierefrei gestalten zu können, wird auf der angrenzenden Freifläche Marstall 2 zusätzlich ein Ergänzungsneubau mit rollstuhlgerechtem Aufzug errichtet und dieser mit den beiden benachbarten Denkmalen verbunden.

Neuer Eigentümer und zukünftiger Bauherr des ehemals städtischen Grundstücks ist die WOBAU Wohnungsbau GmbH Parchim. Zukünftige Nutzer werden die Lewitz-Werkstätten gGmbH sein. Das gemeinnützige Unternehmen wird im Giebelhausquartier eine öffentliche Beratungsstelle der Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung, eine Tagesstätte, eine psychosoziale Wohngruppe für Erwachsene mit psychischen Erkrankungen und ein Wohnheim für Menschen mit geistigen und mehrfachen Behinderungen etablieren.

Für das 400 Jahre alte Fachwerkgebäude Giebelhaus ist eine behutsame Sanierung und Restaurierung geplant. Die Baumaßnahmen umfassen u.a. die wärmetechnische Verbesserung mit fachwerkverträglichen Maßnahmen, den kompletten Austausch der Haustechnik, Sanierung der Holzbalkendecken und die Restaurierung des Sichtfachwerkes. Das Dach soll eine Ziegeleindeckung aus „Biberschwänzen“ erhalten. Zudem wird die alte Kranbalkengaube saniert und erhalten. Auch das Fachwerkgebäude Marstall 1 mit seiner stuckverzierten Fassade wird tiefgreifend saniert. Anschließend werden die Hofflächen grundstücksübergreifend gestaltet sowie begrünt und können zukünftig von den Nutzern als Ort der Begegnung und zum Verweilen genutzt werden.

Die Maßnahme wird durch das Energieministerium mit Finanzhilfen aus der Städtebauförderung in Höhe von rd. 1,2 Mio. € unterstützt. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rd. 3,7 Mio. €.

Zurück