Landesbaupreis Mecklenburg-Vorpommern 2016 vergeben

Glawe: Preisträger sind Zeugnis der Baukultur in unserem Land

Am Donnerstag hat Wirtschafts- und Bauminister Harry Glawe die Preisträger des Landesbaupreises Mecklenburg-Vorpommern 2016 im Neustädtischen Palais in Schwerin ausgezeichnet. „Mit dem Landesbaupreis sind Projekte ausgezeichnet worden, die ästhetisch, funktional und wirtschaftlich hohe Qualitätsansprüche erfüllen. Sie dokumentieren die bauliche Entwicklung im Land. Es ist beeindruckend, wie sich historische Gebäude aus der Vergangenheit in das moderne Hier und Heute einpassen. Die Preisträger sind Zeugnis der Baukultur in Mecklenburg-Vorpommern“, sagte der Minister für Wirtschaft, Bau und Tourismus Harry Glawe am Donnerstag in Schwerin. Der Landesbaupreis wurden zum zehnten Mal vergeben.

52 Projekte eingereicht - acht ins Finale gekommen
Von 52 eingereichten Projekten sind acht Objekte ins Finale gekommen, aus denen die Jury die Sieger ermittelt hat. „Die Beteiligung zum Landesbaupreis 2016 war hochkarätig, technisch versiert und innovativ. Die außerordentlich hohe Anzahl der Bewerbungen bei der zehnten Preisverleihung ist sehr erfreulich. Interessant ist die Vielfalt der eingereichten Projekte. Die Spannbreite reicht von Schulen, Kindergärten, Gewerbebauten, wissenschaftlicher Forschungsgebäude über Wohnhäuser, Freizeiteinrichtungen, Ferienhäuser bis hin zu Kirchen, einem Schlosspark und einem Fähranleger“, so Glawe weiter.

Kategorien für die Hauptpreise
In einem detaillierten Auswahlverfahren hat die Jury die Finalisten bestimmt. Aus den vier Projekten in der Kategorie „Bausumme bis 1 Million Euro“ und den vier Projekten in der Kategorie „Bausumme über 1 Million Euro“ wurden die beiden Sieger ermittelt. „Der Landesbaupreis ist auch ein Beleg für die hervorragende Zusammenarbeit von Bauherren, Architekten, Ingenieuren und Handwerkern.“ Der Wirtschafts- und Bauminister Harry Glawe, der Präsident der Architektenkammer Joachim Brenncke und der Präsident der Ingenieurkammer Peter Otte haben gemeinsam die Ehrung der Preisträger vorgenommen. Zum zweiten Mal wurde der Publikumspreis vergeben, über den im Internet aus den acht Favoriten abgestimmt werden konnte.

Preisträger 2016

Landesbaupreisträger in der Kategorie „Bausumme ab eine Million Euro“ - „Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz“
Der Landesbaupreisträger in dieser Kategorie ist das „Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz“ in Neustrelitz. Die Stadt Neustrelitz hat Gestaltungsfreude bewiesen, als sie 2003 das 1901 als Kaiserliches Postamt I. Klasse errichtete Gebäude im Zentrum der Altstadt erworben und für die Stadt saniert hat. „Es ist eine mutige Entscheidung, diese Institution als ‚Kulturquartier‘ zu erhalten und für die Öffentlichkeit zugänglich zu machen. Das Quartier leistet einen wesentlichen Beitrag zur Bewahrung und zur Stärkung der Baukultur im ländlichen Raum“, betonte Wirtschafts- und Bauminister Glawe. Bauherr, Architekt und Planer haben es verstanden, ein städtebaulich bedeutendes denkmalgeschütztes Areal sinnstiftend zu entwickeln und durch anspruchsvolle sachliche Ergänzungsbauten einer neuen öffentlichen Nutzung zuzuführen.

Landesbaupreisträger in der Kategorie „Bausumme bis eine Million Euro“ - „Klosterkirche Dargun“
In dieser Kategorie ist der Landesbaupreisträger die „Klosterkirche Dargun“. Das Projekt ist der Beweis dafür, mit geringer Baumasse einen beeindruckend raumprägenden und funktionalen Gebäudebestandteil in die Praxis umzusetzen. „Es ist ein hervorragender moderner und zugleich traditioneller Ort entstanden, der mit Leben gefüllt ist. Das ist zu spüren. Die Klosterkirche kann für Gottesdienste, Kammerkonzerte Stadtempfänge oder auch Kunstausstellungen genutzt werden. Das ist eine hervorragende Bandbreite, die Klosterkirche allen Menschen zugänglich zu machen“, sagte Bauminister Harry Glawe. Aus einer hallenden Ruine ist nunmehr ein Veranstaltungsraum für 200 Gäste entstanden.

Unter der Kirchendecke wurden drei Textilsegel dreidimensional gespannt. Die Leichtgewichte setzen ein historisches Schwergewicht sowohl optisch als auch akustisch in Szene, ohne den guten Ton im Raum verschwinden zu lassen. Darüber hinaus bildet die lediglich an den Wänden befestigte neue dreidimensionale Akustikdecke den optischen Eindruck der ehemaligen Gewölbedecke ab und wird durch dimmbare Halogenleuchten variabel in Szene gesetzt.

Publikumspreis für zwei Ferienhäuser in Ahrenshoop
Zum zweiten Mal ist in diesem Jahr ein Publikumspreis vergeben worden, über den im Internet abgestimmt wurde. Gewonnen haben zwei Ferienhäuser in Ahrenshoop. „Die Ferienhäuser bilden ein kleines, abgestimmtes Ensemble. Das urspru¨ngliche Bild einer ländlichen Struktur wurde geschickt in die Gegenwart übertragen. Für Gäste wurde eine Wohlfühloase geschaffen, die zum Wiederkommen einlädt“, sagte Glawe.

Die Ferienhäuser am Schifferberg sind aus einem früheren Wohnhaus und einem neuen Ferienhaus entstanden. Das Bestandsgebäude wurde nach Süden zur Landschaft geöffnet, nach Westen über einen neuen eingeschossigen Wohnküchentrakt mit vorgelagerter Terrasse ergänzt. Das neue Ferienhaus stellt sich bewusst und eigenständig als Neubau dar, es ordnet sich weder dem benachbarten Bestand unter noch nimmt es die heterogene Formensprache der umgebenden Ferienhausarchitektur auf. Über 600 Stimmen wurden für die acht Finalisten insgesamt abgegeben. Über ein Viertel (26 Prozent) der Online-Teilnehmer entschieden sich für die Ferienhäuser auf dem Darß.

Belobigungen und Anerkennungen
Alle acht von der Jury ausgewählten Favoriten wurden ausgezeichnet. Für hohen architektonischen Anspruch sprach die Jury für vier Projekte Belobigungen aus: die 3. Baustufe des „Friedrich Loeffler Instituts“ auf der Insel Riems, den Neubau der „Konzernzentrale AIDA HOME“ in Rostock, den Umbau mit Sanierung des „Wohnhauses A3 – historisches Amtsgericht am Amtswerder“ in Feldberg und die Sanierung mit Erweiterung des „Kornspeichers Landsdorf“ in Tribsees (LK Vorpommern-Rügen).
Die Jury vergab zwei Anerkennungen, eine für den Neubau des Grundbuchamtes in Greifswald, welches eine gelungene Einheit von moderner, zeitgemäßer Architektur mit den historischen Bestandsgebäuden bildet, und eine für zwei Ferienhäuser in Ahrenshoop, als wertvoller Beitrag zur Baukultur im Land.

Bewerber und Jury
Der Minister bedankte sich bei den Bewerbern und bei der Jury für das Engagement. „Der Wettbewerb ist ein wichtiger Baustein zur Darstellung der Baukultur im Land“, betonte Glawe. „In der Jury saßen je drei von der Architekten- und der Ingenieurkammer M-V benannte Fachpreisrichter sowie drei vom Ministerium für Wirtschaft, Bau und Tourismus benannte Sachpreisrichter. Die Bewertung der Objekte erfolgte unter besonderer Berücksichtigung städtebaulicher, gestalterischer, konstruktiver, ökonomischer und innovativer Kriterien. Dabei wurden u. a. nachhaltige Ansätze zur Überwindung von Barrieren, zum Wohnen, zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes, für eine kulturelle, soziale oder ökologische Erneuerung ebenso beachtet wie die Energieeffizienz.

Preisträger-Katalog auch online
Im Anschluss an die Preisverleihung wurde die Ausstellung zum Landesbaupreis 2016 eröffnet. Sie ist als Wanderausstellung konzipiert und wird anschließend nach der Preisverleihung für knapp vier Wochen im Betrieb für Bau und Liegenschaften Mecklenburg-Vorpommern in der Rostocker Zentrale zu sehen sein. Die Broschüre „Landesbaupreis 2016“ mit den Preisträgern sowie Belobigungen und Anerkennungen steht zum Download bereit unter www.wm.mv-regierung.de in der Rubrik „Publikationen“ (linke Spalte) beim Schwerpunkt „Bau“. Die aktuellen Preisträger sowie alle Preisträger der vergangenen Jahre werden in einem gesonderten Internetauftritt unter www.landesbaupreis-mv.de vorgestellt.

Preisträger, Belobigungen und Anerkennungen im Überblick

1. Preisträger
Landesbaupreisträger in der Kategorie „Bausumme ab eine Million Euro“
Kombination Umbau, Sanierung und Neubau „Kulturquartier Mecklenburg-Strelitz“ in Neustrelitz
Entwurfsverfasser: BHBVT Gesellschaft von Architekten mbH Berlin
Projektleitung: Architekt BDA Bruno Vennes
Dotierung: 4.000 Euro

Landesbaupreisträger in der Kategorie „Bausumme bis eine Million Euro“
Akustische Ertüchtigung „Klosterkirche Dargun“ in Dargun
Entwurfsverfasser: beyer architekten Rostock
Projektleitung: Dipl.-Ing. Martin Beyer
Dotierung: 4.000 Euro

2. Belobigungen
Belobigung in der Kategorie „Bausumme ab eine Million Euro“

Kombination Sanierung und Neubau „Friedrich-Loeffler-Institut, 3. Baustufe – Karree“ auf der Insel Riems
Entwurfsverfasser: Generalplaner Insel Riems
Itten+Brechbühl AG und Rauh Damm Stiller Partner GmbH Greifswald
Projektleitung: Peter Lobsiger
Dotierung: 500 Euro

Belobigung in der Kategorie „Bausumme ab eine Million Euro“

Neubau „Konzernzentrale AIDA Home“ in Rostock
Entwurfsverfasser: Generalplaner
MHB Planungs- und Ingenieurgesellschaft mbH Rostock
Entwurf: Architekt Tilo Ries
Dotierung: 500 Euro


Belobigung in der Kategorie „Bausumme bis eine Million Euro“

Umbau und Sanierung „Wohnhaus A3 – historisches Amtsgericht am Amtswerder“ in Feldberg
Entwurfsverfasser: schlut und schuldt architekten Berlin sowie wespi de meuron romeo architekten bsa ag Caviano, Schweiz
Projektleitung: Architekt BDA Dipl.-Ing. Thomas Schlutt
Dotierung: 500 Euro

Belobigung in der Kategorie „Bausumme bis eine Million Euro“

Sanierung mit Erweiterung „Kornspeicher Landsdorf“ in Tribsees
Entwurfsverfasser: Architekturbüro Stendel Ribnitz-Damgarten
Projektleitung: Architekt Dipl.-Ing. Gunnar Stendel
Dotierung: 500 Euro


3. Anerkennungen

Anerkennung in der Kategorie „Bausumme ab eine Million Euro“
Neubau „Grundbuchamt Greifswald“ in Greifswald
Entwurfsverfasser: buttler architekten Rostock
Projektleitung: Architekt BDA Dipl.-Ing. Maik Buttler

Anerkennung in der Kategorie „Bausumme bis eine Million Euro“
Kombination Sanierung und Neubau „Zwei Ferienhäuser“ in Ahrenshoop
Entwurfsverfasser: gorinistreck architekten Berlin
Projektleitung: Architekten Dipl.-Ing. Sibylle Streck und Andrés Gorini

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